jarrelook.online

First Rendez-Vous - Part 2

15.10.2012 15:56 von Matthias (Kommentare: 5)

Space Art live in Frankfurt
Space Art live in Frankfurt

Mit leichter Verspätung begann das „Dominique Perrier Project“ mit seinem Showcase zum neuen Album „Tribute To Space Art“. Mit roten Lämpchen an den Mützen bzw. im Haar und leuchtenden Armreifen versehen, legten Lilli Lacombe an Keyboards und elektrischer Geige, Alain Pype an Drums und Percussion, Michel Valy (Bassist beim Jarre-Konzert 1994 in Hong Kong) und Dominique Perrier an den Keyboards los. In dezentes blaues Licht getaucht gab es zunächst ein sphärisches Intro. Die 18jährige Lilli Lacobe leitete dann mit ihrer elektrischen Violine das erste Stück „Stone Art“ ein, dessen Name natürlich ein kleines Augenzwinkern in Richtung Dominiques zweitem musikalischem Projekt „Stone Age“ ist.
Wie schon vor einigen Wochen beim „Electronic Circus“ in Gütersloh rockten Domino&Co. auch diesmal wieder das Haus. Die eingängigen Stücke gingen sofort in die Beine und das Publikum klatschte gleich begeistert mit. Nach einer kleinen Zwangspause, da einer der Lautsprecher ausgefallen war, ging es dann weiter mit „Optical Illusions“, das neu ins Live-Programm aufgenommen worden war. Auf der Album-Version des Titels hat übrigens Jean Michel Jarre höchstpersönlich die Drums beigesteuert. Zudem lieferte er noch zu einigen anderen Stücken Sounds. Auf der Leinwand tauchte in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder die Figur des Astronauten auf, die das Albumcover ziert. Das Cover wurde von Lillis Vater Gilles Lacombe gestaltet.
Mit „On The Web Again“ folgte wieder ein Titel, der sofort in die Beine ging. Während Lilli wieder einmal ihr Können auf der Violine zeigte, war auf der Leinwand der Astronaut in einem großen Spinnennetz zu sehen. 
Mit dem ruhigeren „Onyx“ folgte nun der erste große „Space Art“-Hit, bei dem Dominique die Melodie auf einem alten ARP Odyssey spielte.
Es schloss sich der Titel an, den wohl die meisten von uns kennen: „Speedway“. Hier feuerten nun Scheinwerfer und Laser los, dass es eine wahre Pracht war.
Mit den letzten beiden Stücken, nun wieder vom neuen Album, wurde dem Publikum noch einmal richtig eingeheizt. Zunächst kam „Cosmic Chicken“, ein Stück bei dem man zunächst irgendwie an den „Ententanz“ erinnert wird, dass sich dann aber dermaßen im Kopf festhakt und auch mit seinem Rhythmus für absolut gute Laune sorgt. Dazu gingen die Musiker dann noch rhythmisch in die Knie. Es war einfach nur herrlich zu sehen, wieviel Spaß sie dabei hatten. Dominique (mit Umhängekeyboard) und Michel begaben sich nun nach vorne, direkt vors Publikum und jammten einfach drauflos. Es ist einfach toll, solche Vollblutmusiker zu sehen, die wirklich mit Herzblut bei der Sache sind und voll in der Musik aufgehen. Dieser Funke sprang auch absolut auf das Publikum über. Die Atmosphäre war einfach phänomenal. „Droid Obsession“ war dann das offiziell letzte Stück, bei dem man leichte Anklänge an Kraftwerk zu hören glaubt. Am Ende gab es begeisterten Applaus. Dominique stellte seine musikalischen Mitstreiter vor und Michel ergänzte: "Dominique Perrier“, worauf es besonders starken Extra-Applaus gab. Mit einem „Donkeschön“ bedankte sich Dominique und es folgte die erste Zugabe. Dabei handelte es sich um ein komplett neues Stück, das noch nirgendwo veröffentlicht ist, aber voraussichtlich Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres als Download erhältlich sein soll. Der vorläufige Titel ist „Pitbull“, wird aber wohl noch geändert. Das Stück selbst ist „purer Rock’n’Roll“, wie Dominique später meinte. Mit Shuffle-Beat und E-Gitarren-Sounds klang es auch tatsächlich so. Unter rhythmischem Klatschen und „Bravo-Rufen“ verbeugten sich die Musiker, bevor sie abgingen. Doch natürlich mussten sie noch einmal zurückkommen. Kurz bevor sie loslegten, begannen dann die Kirchenglocken zu läuten, was natürlich für einige Lacher im Publikum sorgte.
Noch einmal gab es dann „Cosmic Chicken“ und erneut war es eine wahre Pracht, die Spielfreude der Musiker zu sehen. Wieder gingen alle rhythmisch ins Knie, als das „kosmische Huhn“ gackerte. Michel und Dominique lehnten sich Rücken an Rücken und spielten so ihre Parts. Auch hier tobte das Publikum am Ende. Eigentlich hatte Dominique dann keine Lust mehr, aber das rhythmische Klatschen des Publikums wollte einfach nicht aufhören und so überredeten ihn seine Mitmusiker dann doch noch zu einer dritten (!) Zugabe. Noch einmal wurde Stone Art gespielt, bevor der Auftritt dann leider endgültig zu Ende war. Auch hier gab es einen Ansturm auf die CDs und Dominique, Michel, Alain und Lilli signierten bereitwillig und posierten für Fotos.
Ursprünglich hatten wir ja noch ein Interview geplant, bei dem auch das Publikum Fragen stellen sollte, doch nachdem die Band den Saal so zum Kochen gebracht hatte, ließen wir dies dann kurzerhand ausfallen. 
Als ich Dominique sagte, dass es nun einmal leider nicht ganz so viele Zuschauer gewesen seien, reckte er nur seinen Daumen nach oben und sagte „Good people!“. Michel erklärte mir später, sie hätten auch für nur fünf Leute gespielt. Das hat mir wirklich imponiert. Immerhin kamen sie nicht gerade von um die Ecke.
Wie wir hörten, planen Space Art für nächstes Jahr eine „richtige“ Tournee mit einem mindestens 90minütigen Programm. Dominique sagte mir später persönlich, dass er diese Tournee am liebsten überwiegend in Deutschland machen würde. Offenbar hat die Begeisterung, die es hier in Deutschland für elektronische Musik gibt, die Musiker sehr berührt. Wie mir Lilli sagte, würden sich in Frankreich die Leute nicht für Musik interessieren, sondern nur für Stars und Dominique ergänzte, dass sich in Frankreich niemand besonders für die Musik von Space Art interessiere. Wie so oft gilt der Prophet offenbar im eigenen Lande nichts. 
Falls es also tatsächlich im nächsten Jahr zu Auftritten in Deutschland kommen sollte, ist das zum Teil auch Euer Verdienst und Ihr habt mit Eurer Begeisterung dazu beigetragen!
Zunächst gehen aber die Promo-Termine weiter. Am 27.10. treten Space Art beim E-Live-Festival im niederländischen Oirschot (nahe Einhoven) auf, bevor es bis Ende des Jahres weitere Auftritte in Frankreich und Skandinavien geben wird.
Space Art hatten von Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre drei Alben veröffentlicht und insgesamt drei Millionen Tonträger verkauft. Mit dem Titel „Onyx“ hatten sie in Frankreich einen veritablen Hit, während hierzulande vor allem das Stück „Speedway“ als Titelmelodie der ZDF-Reihe „Aus Forschung und Technik“ bekannt wurde. Dominiques damaliger Partner bei Space Art, der Schlagzeuger Roger Rizzitelli (der bei Jarres China-Tour 1981 Schlagzeuger war), hatte sich im Mai 2010 das Leben genommen. Ende letzten Jahres starb dann nach langer Krankheit Dominiques Frau Janette Woollacott, die auch die Sängerin von „Stone Age“ war und auch auf dem aktuellen "Space Art"-Album noch zu drei Stücken Gesang und Texte beisteuerte. Auch seinem Partner „Bunny“ Rizzitelli ist ein Titel gewidmet: „Talk To Bunny“. Ein sehr persönliches Album also.
Natürlich fragten wir Dominique auch, ob er nun nur noch eigene Projekte verfolge oder auch noch mit Jarre zusammenarbeite. Einer weiteren Zusammenarbeit ist er offenbar nicht abgeneigt, aber Jarre arbeite derzeit an seinem neuen Album und wenn dies fertig sei, werde man weiter sehen. Die Arbeit am Album würde sich sehr lange hinziehen, da Jarre hier mit sehr vielen Leuten zusammenarbeite und viele Gespräche und Telefonate geführt würden. In der Tat war ja schon vor einiger Zeit angekündigt worden, dass Jarre ein Album gemeinsam mit verschiedenen französischen Elektro-Musikern produzieren würde. Demzufolge handelt es sich dabei also offenbar nicht um ein Remix-Album, sondern tatsächlich um ein Studio-Album mit neuer Musik, die Jarre in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern produziert. Dominique schätzte, dass bis zur Fertigstellung noch drei bis vier Monate vergehen könnten und es dann im März veröffentlicht werden könnte, also passend zum geplanten Konzert in Perth.
Zum Konzertprojekt in Australien konnten uns auch Dominique und sein Team leider nicht viel sagen, außer dass offenbar zu früh zu viele Informationen schon an die Öffentlichkeit gedrungen seien. Offiziell sei das Konzert immer noch nicht bestätigt.

Wir danken allen Fans, die zu unserem „First Rendez-Vous“ gekommen sind und hoffen, dass Ihr ebenso viel Spaß hattet wie wir und die Musiker! Allen, die nicht da waren können wir nur sagen: Ihr habt wirklich etwas verpasst! Ein „Second Rendez-Vous“ ist nicht ausgeschlossen, dann dürfen auch gerne noch ein paar Fans mehr kommen. Aber auf jeden Fall war die Stimmung wirklich super und ich hoffe, wir sehen uns dann alle im nächsten Jahr, wenn Space Art durch Deutschland tourt… ;-)

Wir werden in Kürze noch mehr Bilder und vielleicht auch Videos vom Fantreffen online stellen.

  • Space Art in Frankfurt
  • Auch die Presse war da...
  • Letzte Vorbereitungen
  • Und los geht's...
  • Dominique Perrier
  • Alain Pype
  • Einsamer Astronaut...
  • On The Web Again
  • Alain & Lilli
  • Michel Valy, Alain Pype und Lilli Lacombe im Laserlicht
  • Rock'n'Roll...
  • Auch die Band hatte ...
  • ...ihren Spaß!
  • Bassist Michel Valy spielte 1994 für Jarre in Hong Kong
  • Lilli über die Schulter geschaut
  • Lichteffekte...
  • ...und Laser
  • Dominique solo
  • Im nächsten Jahr...
  • ...will Dominique...
  • ...mit seiner Band...
  • ...auf eine
  • Die Musiker hatten richtig Spaß
  • Das Publikum gab keine Ruhe...
  • ...bis 3 Zugaben gespielt waren!
  • Optical Illusions...
  • Dominique gefällt die Wertschätzung...
  • ...des deutschen Publikums...
  • ...für (seine) Musik.
  • Auch Michel hat viel Spaß
  • ...ein echter Ohrwurm!
  • Dominique im Laserlicht
  • Space Art rock da house...!
  • Lilli bei der letzten Zugabe:
  • Noch einmal

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Jeanbatman | 18.10.2012
Diese Bilder aus der Space Art sind hervorragend Druckertreiber können Sie sagen, dass Sie sehr genau angefahren!
Kommentar von Matthias | 17.10.2012
Leider hatten wir kurzfristig noch einige Absagen bekommen, so dass es am Ende gut 30 Besucher waren. Das ist definitiv noch ausbaufähig... ;-)
Dafür war es aber, wie mir Michel Valy nochmal schrieb, ein "quality audience", also ein Qualitätspublikum, die Stimmung war ja auch super und alle hatten ihren Spaß.
Die Düsseldorf-Tickets gammelten schon jahrelang in unserem Archiv rum und wir dachten, wir führen sie nochmal einer sinnvollen Verwendung zu... ;-)
Gage wollten die Musiker keine, sie sind auf einer Promo-Tour für das Album und haben schon auf Festivals und einem Fantreffen in Spanien gespielt. Weitere Auftritte in Holland, Frankreich, sowie bei Fanclubs in Skandinavien sollen noch folgen.
Kommentar von jarrefan1989 | 16.10.2012
Hallo.
Wie viele Besucher waren denn da?
Wo hattet ihr denn die Dusseldorf-Tickets her?
Musstet ihr für die Musiker bezahlen oder war es Promo für sie?
Gruss,
Franky
Kommentar von Jeanbatman | 15.10.2012
Dominique ist ein großartiger Musiker, und das ist eine wunderbare Sache, ihn spielen zu sehen neue Kompositionen immer sehr inspiriert.
Kommentar von Jeanbatman | 15.10.2012
Dominique ist ein großartiger Musiker, und das ist eine wunderbare Sache, ihn spielen zu sehen neue Kompositionen immer sehr inspiriert.