jarrelook.online

Jean Michel Jarre - In>Doors 2009 Teil 2: Zürich, 30.05.2009

05.06.2009 14:13 von Matthias (Kommentare: 9)

Konzertbericht von Matthias

Interessante Sehenswürdigkeiten in Zürich...
Am Freitagmittag ging es los Richtung Zürich, um dort das (vorläufig) letzte Konzert der Tour zu erleben. Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen hatten, machten wir eine kleine Rundfahrt auf dem Zürichsee. Dabei kamen wir auch an dem Ort Küsnacht vorbei. Ich musste sofort daran denken, dass in Küssnacht vor einigen Jahren einmal ein Jarre-Konzert geplant war und wunderte mich schon, wo man hier die ganzen Zuschauer hätte unterbringen wollen. Allerdings sollte es damals ein anderes Küssnacht sein (siehe unten, Kommentar von Sämi Schwarzenberger)
Samstag, Tag des Konzerts. Meine Frau und ich beschlossen, zunächst einen Stadtbummel zu machen. Vorsorglich packte ich schon alle meine Utensilien ein, da wir nicht wussten, ob wir vor dem Konzert nochmal ins Hotel kommen würden. Das sollte sich als weise Entscheidung herausstellen. Gegen Mittag besichtigten wir das Großmünster und kletterten auch die 187 Stufen bis auf den Kirchturm, um uns Zürich von oben anzusehen. Nachdem wir genügend Fotos gemacht hatten, stiegen wir wieder nach unten und traten aus dem Münster auf den davor liegenden Platz. Plötzlich merkte ich, wie meine Frau mich am Rucksack stupste. Erstaunt drehte ich mich zu ihr um und sie sagte: „Guck mal, wer da ist!“ Ich traute meinen Augen nicht: Jarre, Francis Rimbert und Jarres persönlicher Assistent Pierre standen keine drei Meter von uns weg! Das war ja nun wirklich eine Überraschung! Da sie halb mit dem Rücken zu uns standen, rief ich: „Francis?“ Er drehte sich um und erkannte mich auch wieder. Er begrüßte uns freudestrahlend und fragte, ob wir denn auch heute abend zum Konzert kommen würden. Meine Frau sagte: „Deshalb sind wir hier!“ „Oh, really?“ Francis konnte es wohl nicht glauben. Mittlerweile hatte auch Jarre uns bemerkt und kam zu uns. Er gab meiner Frau und mir die Hand. Ich stellte mich vor, sagte dass wir vom deutschen Fanclub seien und erzählte ihm, dass wir auch in Koblenz waren und die Show toll gewesen sei. Er bedankte sich und als ich meinte, es sei ja eine gute Stimmung in der Halle gewesen, meinte er, es sei schon ein ungewöhnlicher Ort gewesen mit den ganzen Fenstern im Hallendach. Er fragte dann noch, wo wir herkämen und wollte auch wissen, ob wir heute abend zum Konzert kämen, was wir natürlich bejahten. Ich fragte schließlich, ob wir noch ein Foto machen könnten. Ganz ruhig und gelassen meinte er: „Sure!“ Also nahmen wir Aufstellung und Pierre machte das Foto. Wir verabschiedeten uns dann und Jarre wünschte uns noch einen schönen Nachmittag und viel Spaß beim Konzert. Als sie schon am Gehen waren, fragte ich Francis noch, ob wir uns nach der Show noch sehen könnten. Er sagte ja.
Wir trafen uns dann mit Jarrelooker Thomas Krawitz, der sein viertes Konzert in einer Woche erleben würde und mit Thomas Gruberski. Gemeinsam machten wir uns dann langsam auf in Richtung Hallenstadion. Diese ist deutlich größer als die Halle in Koblenz und es war auch recht gut gefüllt, aber nicht ausverkauft. Die oberen Ränge waren weitgehend leer. Dieses Mal war die Bühne nicht soweit nach vorne gerückt worden wie letztes Jahr. Das Soundsystem war hier aber nicht unsichtbar, sondern seitlich der Bühne aufgebaut worden, allerdings immer noch hinter den Musikern. Patrick Pelamourges nahm noch letzte Einstellungen auf der Bühne vor, während Waiting For Cousteau aus den Boxen tröpfelte. Am Mischpult im hinteren Teil des Saales war auch eine Videokamera aufgebaut.
Das Konzert lief weitgehend wie das in Koblenz ab, auch die Stimmung in der Halle war ähnlich, wenn auch meiner Meinung nach in Koblenz noch etwas besser. Der Lasereffekt zur Eröffnung kam hier deutlich besser zum Tragen. Ein hellgrüner Laserfächer waberte über den rechten Teil der Bühne. Plötzlich stach daraus eine Hand hervor. Ein Kopf und schließlich der ganze Jarre mit seinem Roland AX-Keyboard folgte. Es wurde dann eine mit Koblenz identische Setlist gespielt. Jarre hatte auch hier viel Spaß. Mehrfach musste er allerdings etwas an den beiden kleinen Becken nachjustieren. Bei den Luftsprüngen, die er machte, um darauf zu hauen auch kein Wunder. Auch das (von ihm aus gesehen) links neben seinem Nord Lead postierte Drumpad stand nicht immer ganz optimal. Da ich hier in Reihe 5 saß, wurde mir nun viel deutlicher, wie technisch aufwendig diese Produktion doch war. Ständig fuhren im Hintergrund irgendwelche Scheinwerfer oder Traversen nach oben oder unten oder drehten sich in eine andere Position. Das war mir in Koblenz nicht so aufgefallen.
Bei Oxygene 2 verschwand auch der hiesige Security-Mann komplett im Nebel. Auch die Laser Harp funktionierte einwandfrei und sorgte für großes Hallo beim Publikum. Jarre fuhr zunächst einmal mit der Hand quer durch alle Strahlen, und improvisierte am Ende auch ein bisschen, um zu zeigen, dass er tatsächlich live spielt.
Calypso 3 widmete Jarre dann seinem kürzlich verstorbenen Vater, der nach seiner Aussage in der Nähe von Zürich gelebt hatte.
Auch hier ging Jarre wieder durch den grünen Lasernebel ab, bevor er für ein letztes Mal Oxygene 4 nochmal auf die Bühne kam.
Eine junge Frau hatte es bei der Verabschiedung trotz Security bis direkt vor die Bühne geschafft. Jarre schüttelte ihr die Hand und sie sagte etwas zu ihm. Jarre wandte sich daraufhin nochmal auf französisch ans Publikum und sagte, er sei gebeten worden, doch auch einmal etwas auf Französisch zu sagen. Beim nächsten Mal würde er dann deutsch sprechen, versprach er, bevor er endgültig von der Bühne abging.
Wir waren ja noch mit Francis Rimbert verabredet und begaben uns daher zum Hotel. Nach gar nicht so langer Zeit tauchten dann Jarre, Rimbert, Samard, Pierre und noch eine ganze Gruppe von Leuten auf. Jarre sah ziemlich geschafft aus und wollte wohl nur noch schnell auf sein Zimmer. Als er uns sah, rief er „Byebye!“ Ich rief ihm zu, er müsse bald wieder nach Deutschland kommen, worauf er antwortete: „Wir haben nächstes Jahr ein großes Projekt in Deutschland. 12 Konzerte!“ Damit verschwand er im Aufzug. Das war ja kaum zu fassen! 12 Konzerte in Deutschland nächstes Jahr? So recht konnten wir das nicht glauben.
Claude Samard kam immer wieder bei uns vorbei und unterhielt sich auch mit uns. Er erzählte uns, Dominique Perrier sei von der Halle aus schon mit dem Bus zurück nach Frankreich gefahren. Rimbert ging erst einmal in die Bar, um noch ein wenig zu feiern. Auch Samard verschwand dort. Bevor Francis dann endgültig auf sein Zimmer fuhr, unterhielt er sich noch eine halbe Stunde lang mit uns. Er erzählte, dass sie noch ein bisschen gefeiert hätten, dass aber auch etwas Melancholie dabei sei, denn schließlich sei dies das letzte Konzert gewesen. Wir fragten ihn dann nach den weiteren Plänen. „Wir haben viel Arbeit vor uns für den Rest des Jahres“, sagte er uns. Schon am Montag gäbe es ein großes Treffen in Paris, wo die weiteren Pläne besprochen werden sollten. Ich fragte ihn wegen der vielen Deutschland-Konzerte. Er relativierte das ganze aber und meinte, es sei schon sehr schwierig, eine Tournee zu organisieren, insbesondere in Anbetracht der momentanen (Finanz-)Krise. Man werde sehen, was dabei herauskomme. Es gebe aber sehr viele Produzenten (Veranstalter), die Interesse gezeigt hätten. Im Gespräch seien auch Konzerte in Frankreich, Spanien, Italien, USA und Australien. Die Show solle auch noch verbessert werden. Auch solle es einige Open-Air-Konzerte geben. Ich fragte ihn, ob sie denn nun für den Rest des Jahres mit einem neuen Album beschäftigt seien. Er meinte, man wisse noch nicht, ob tatsächlich ein neues Album herauskäme. Aber auf jeden Fall würde bei den Konzerten im nächsten Jahr neue Musik gespielt. Nach einem neuen Rimbert- Solo-Album gefragt, sagte Francis uns, dass der „Patron“ immer sehr viel Zeit erfordere, so dass für eigene Projekte nur wenig Zeit bliebe. Er wolle aber etwas mit Dominique Perrier zusammen machen. Er erzählte dann auch, dass ein Album von Dominiques Projekt „Space“ (hier dürfte er wohl „Space Art“ gemeint haben) im nächsten Monat auf CD veröffentlicht würde. Von dem Projekt existieren drei Alben, von denen aber erst zwei auf CD veröffentlicht sind. Das dritte soll nun also folgen. Gemastert worden sei das ganze von Patrick Pelamourges, so Rimbert. Ich fragte ihn dann, ob er noch Kontakt zu Michel Geiss habe und er antwortete, ja natürlich, denn Michel sei der Patenonkel seiner Tochter. Er erzählte uns auch, dass Michel wohl sehr geholfen habe, schon im letzten Jahr, die Instrumente für die Tournee herzurichten. Jean Michel hätte ihn auch sehr gerne wieder dabei gehabt, erzählte Rimbert, aber Michel sei sehr mit Mastering und anderen Aufgaben beschäftigt, so dass es leider aus zeitlichen Gründen nicht geklappt habe.
Anschließend sprach Francis mit uns noch ausführlich über verschiedene technische Aspekte der Konzerte. So sei z.B. das Soundsystem hinter der Bühne sehr problematisch. Die Musiker befinden sich normalerweise hinter den Lautsprechern, die die Halle beschallen. Sie haben kleine Kopfhörer im Ohr, sogenannte „In-Ear-Monitore“, auf denen sie eine spezielle Abmischung der Musik hören, die nicht mit der Abmischung für das Publikum identisch ist. Da nun aber die großen Lautsprecher hinter ihnen waren, musste das Signal auf den Kopfhörern sehr laut sein, um den Klang aus den Boxen zu übertönen. Francis sagte auch, dass die Scheinwerfer, die von der Seite auf die Bühne strahlten, für ihn sehr problematisch seien. Sie blendeten ihn nämlich teilweise so, dass er die Bedienelemente seiner Synthis und seine Partituren nicht sehen könne. Weiterhin erzählte er uns, dass während der Tour der Digisequencer ausgestiegen sei. Jean Michel verwende nun eine Software-Version davon, die er über einen Touchscreen steuern könne. Während des Konzerts hatte ich gesehen, wie Jarre diesen Touchscreen bediente, um Sequenzen zu starten. Nach Jarres Spezial-Instrumenten gefragt, sagte Rimbert, diese besitze er alle noch. Und er fand es eine gute Idee und wollte Jarre vorschlagen, die Geräte bei der Tour im nächsten Jahr doch einzusetzen.
Abschließend posierte Francis noch für ein Foto mit uns und verabschiedete uns dann alle in typisch französischer Manier mit je einem Küsschen auf die linke und die rechte Wange…:-P
Gegen halb vier waren wir dann schließlich auch in unserem Hotel…

Setlist:

  • Industrial Revolution Part 2
  • Magnetic Fields 1 Part 1
  • Equinoxe 7
  • Oxygene 2
  • Rendez-Vous 3
  • Oxygene 12
  • Souvenir Of China
  • Magnetic Fields 2
  • Oxygene 5
  • Variation III
  • Equinoxe 4
  • Equinoxe 5
  • Chronologie 6
  • Chronologie 2
  • Oxygene 4
  • Calypso 3
  • Rendez-Vous 2
  • Oxygene 4

Jarre in Zürich, 30.05.2009

  • Effektvoller Auftritt
  • Jarre mit Roland AX
  • Industrial Revolution Part 2
  • Theremin
  • Oxygene 2
  • Rendez-Vous 3
  • Laser Harp
  • Oxygene 12
  • Souvenir Of China
  • Oxygene 5 mit Moog Liberation
  • Chronologie 6 mit Akkordeon
  • Chronologie 2
  • Oxygene 4
  • Calypso 3:
  • Fin de siecle
  • Rendez-Vous 2 Part 3 (Laser Harp)
  • Verabschiedung

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Markus | 16.02.2010
ich hätte noch ein plakat von zürich wo jmj nach dem konzert unterschrieben hat plus ein booklet.

ist beides verkäuflich. :-)

bei interesse mail an: m AT binder.li
Kommentar von Kirsten | 09.07.2009
Hallo Matthias,

herzlichen Glückwunsch zu deinem Zufallstreff! Und vielen Dank für die tollen Infos, die du allen Beteiligten entlocken konntest.

@Hardy
Ein Fan-Treff ist eine Klasse Idee. Gerne in nördlicheren Gefilden.

Liebe Grüße aus Hamburg, Kirsten
Kommentar von Hardy | 23.06.2009
Hallo Matthias,

klasse Bericht vom Zürich-Konzert, erste Sahne !
So und jetzt müssten wir denke ich auch mal den dritten Anlauf ernsthaft in Angriff nehmen, ein Fantreffen zu organisieren. Da wir nächstes Jahr ja Zeugen von einem plus X Konzerten werden und doch das Konzert in Koblenz die Fans wieder erstarkt auftreten, würde jetzt wohl auch ein Fantreffen guten Zulauf finden.
Ich wäre auch weiterhin bereit, redaktionelle "Drecksarbeit" zu verrichten, um Dich und Felix ein wenig zu entlasten...
Melde Dich doch evt. unter stefan.hartmann@sba-iz.landsh.de, wenn Du Konkrete Pläne/Vorschläge hast.
See you,
Stefan
Kommentar von Tango119 | 09.06.2009
Salü,
war auch in ZH ebenso in reihe 5.. sass ganz rechts.. war eine mega-show.. lt veranstallter war das concert zu 82% verkauft. nicht schlecht.. mal sehen ob ich was raus bekomme wg neuem album oder dvd..
Kommentar von Matthias | 07.06.2009
Hallo Jarrolli,

Perrier hat zusammen mit Roger Rizzitelli (Jarre-Schlagzeuger bei der 1981er China-Tour) unter dem Projektnamen "Space Art" drei Alben veröffentlicht: "Space Art", "Trip In The Center Head" und "Play Back". Die ersten beiden sind auf dem SPALAX Label vor einigen Jahren als CD veröffentlicht worden.
Die Space Art Website ist zu finden unter http://spaceart.fr
"Trip In The Center Head" (Anspieltipp: "Speedway", war Titelmusik von "Aus Forschung und Technik" und klingt dermaßen nach Jarre...) ist bei Amazon oder bei CUE Records noch erhältlich. Sonst muss man wohl mal bei Ebay Ausschau halten.
Seit einigen Jahren wirkt Perrier mit anderen Musikern (u.a. Michel Valy, Jarre-Bassist beim Konzert in Hong Kong 1994 und hin und wieder auch Gitarrist Patrick Rondat) an einem Projekt namens "Stone Age" mit. Musikalisch eine Mischung aus keltischer Musik mit teilweise etwas gewöhnungsbedürftigen Gesängen und viel elektronischen Klängen. Mir gefällt es ziemlich gut, aber wahrscheinlich ist es nicht jedermanns Geschmack.
"Stone Age" haben bislang vier Alben veröffentlicht: "Stone Age", "Les Chronovoyageurs" (auch unter dem Titel "The Time Travellers"), "Promessa" und "Totems d'Armorique"
Die Website ist zu finden unter www.stone-age.fr
Ich habe die CDs ganz normal im Laden gefunden. Die letzten beiden gibt es über den Online-Shop auf der Internetseite noch zu kaufen.

Was den Kontakt zwischen Michel und Jean Michel angeht: Wie hier die Situation tatsächlich ist, werden wir als Fans wohl nie wirklich erfahren. Ich habe da auch schon ganz anderes gehört. Aber ich glaube kaum, dass Jarre oder einer seiner Musiker uns das auf die Nase binden würden.
Ich bezweifle auch, dass Jarre ein Stück seiner Mitmusiker spielen wird. Schließlich kommen ja die Besucher auch, um Jarre-Musik zu hören, oder? ;-)
Kommentar von Jarolli | 07.06.2009
Ach was ich noch vergass, weil ich gerade "Double Face" höre.

Vielleicht kann sich der "Patron" mal überwinden den ein oder anderen Song von seinen Mitmusikern bei Part2 seiner Tournee zu spielen, denn immerhin treten sie mittlerweile gemeinsam als Band auf und so kommt jeder in den Genuss, dass auch sie grossartige Musik schreiben können.

Für mich gehts nun noch dieses Jahr zu Tangerine Dream, welche im August auf der Zitadelle Spandau spielen. Das wird bestimmt auch ein tolles Erlebnis, vorallem weil ich sie noch nie live erleben konnte.
Kommentar von Jarolli | 07.06.2009
Dann schreibe ich mal meinen Bericht gleich hinzu.

Ursprünglich war es nur geplant nach Zürich zu fahren, zu dem (vorläufig) letztem Konzert seiner "In-Door-Tournee", doch nachdem die Nachricht kam, dass er auch in Deutschland ein Konzert geben würde und ich auch noch für jenen Donnerstag und Freitag frei bekam, wurde die Reiseplanung über den Haufen geworfen und so ging es für mich und meine Frau erstmal mit den Zug von Berlin nach Koblenz zu meinen vierten Konzert (nach Aero 2002, Solidanorsc 2005, Oxygene in Berlin 2008).

Da wir schon Mittags angekommen waren, blieb uns noch etwas Zeit diese Stadt anzuschauen, welche für einen Grossstädter wie uns, richtig schön idyllisch ist und 2011 bestimmt nochmals von uns besucht wird, anlässlich der dortigen BUGA. Zum Abend fuhren wir mit den Bus (ÖPNV) zur Sporthalle. Was für eine merkwürdige Location für ein Konzert von Jean Michel Jarre, von dem man, abgesehen seiner letztjährigen Oxygene-Tour, nur Mammutkonzerte gewohnt ist. Nach dem Einlass ging es gleich zum Merchandising-Stand, um dort ein Tour-T-Shirt und das Programmheft zu kaufen.
Zu den Klängen von Waiting for Cousteau wurde dann die Bühne inspiziert und auch das hintere Mischpult, so gut es ging, denn die Security war wirklich recht nervend. Aber allein die Technik und diese alten Geräte zu bestaunen war schon ein Erlebnis. Auch ich sass im Block E, also mittlere hintere Bühne, gleich unter einen der Scheinwerfer.
Für mich war jedoch der Sound bei einigen Songs sehr höhenlastig, vorallem bei Oxygene V und Variation III, als Jarre sein "Rocksolo" auf den Moog Liberation gab, schmerzte es doch in meinen Ohren.
Die Lautstärke war aber für ein Konzert angenehm und vorallem mitreissend.
Da Matthias sich schon ausführlich zu den Songs geäussert hat, gib ich nur ein kurzes Resumee.

Dies war wieder eines der besten Konzerten von ihm. Zu allererst sei die sehr schöne Songauswahl hervorzuheben, ich hatte mich auch auf RendeVousz4 gefreut, doch man kann nicht alles haben ;). Die Laser- und Leuchteffekte waren einfach nur grandios und ich denke, Videos, auch wenn in HD, hätten die Atmosphäre nicht bereichtert, sondern vielleicht sogar zerstört. Doch am besten, fande ich die neuen Arrangements der doch etwas schon älteren Songs, insbesondere die Percussioneinlagen von Claude. was für eine glorreiche Idee. Oder die Bassspur, welche Francis bei Rendevousz2 spielte, einfach umwerfend, spätestens da bebte die Halle und die Stühle waren überflüssig geworden ;).

Nun bin ich gespannt, was Jarre in Part 2 seiner Tour noch besser machen will, denn für eine Überraschung ist er immer gut.

Am nächsten Tag ging es dann für uns mit dem Zug von Koblenz nach Zürich. Dort hatten wir dann ins Holiday Inn gleich neben den Stadion eingecheckt und uns dann das Stadion von aussen angeschaut. Die Tourbusse und LKWs waren auch schon da ;), aber keine Menschenseele war zu sehen :(.
Am Konzerttag selber brach ich mit meiner Frau zu einer Bootstour auf den Züricher See auf und anschliessend zu einen Bummel durch diese Stadt. Auch diese Stadt wird bestimmt nochmals von uns besucht, denn sie ist eine weitere Reise wert.
Leider traf ich weder Jean, noch Francis oder Matthias oder einen anderen Jarrelooker. Vielleicht können wir nächstes Jahr mal ein Fantreffen veranstalten, vor eines der Konzerte.

Abends ging es noch kurz ins Hotel zum frisch machen und anschliessend zum Konzert.
Hier sassen wir diesmal im Innenraum, was während des Konzertes ein ganz anderes Raumgefühl gab und auch der Sound klang besser abgemischt, als das Koblenz-Konzert. Während wir in Koblenz die Lasereffekte als Teppich von oben bewundern konnten, sassen wir nun mittendrin in diesen Röhren, diesen Flächen, diesen Scheinwerfereffekten. Was für mich ein glorreicher Abschluss seines ersten Teils der "In-Door-Tour" gab.

Danke Jean, danke Francis, danke Claude, danke Dominique und dank all den Technikern, welche dieses Konzert ermöglichten.

@Michael Ich wusste garnicht dass Dominique auch CDs veröffentlicht hat. Kann man die irgendwo noch kaufen? Ich finde es auch schön, dass der Kontakt zwischen Jean und Michel doch nicht so schlecht ist, wie in anderen Foren behauptet wurde, denn ich denke beide wären ohne den anderen nicht da, wo sie heute stehen.
Vielen Dank auch für das Veröffentlichen, des kleinen Interviews mit Francis, welches für uns alle sehr aufschlussreich ist und uns auf ein tolles Jare-Jahr 2010 hoffen lässt.

Ich hoffe nur für alle beteiligten auf mehr Promotion, denn allein in Koblenz habe ich nur 2-4 Plakate zum Konzert gesehen und in Zürich nur paar kleinere Bildchen in der Strassenbahn. Übrigens, hat jemand das Interview von JeanMichel im ZDF vom 29.05 oder 30.05. augenommen, meine Oma hatte mir davon erzählt.

Lieben Gruss aus Berlin
Oliver
Kommentar von Matthias | 07.06.2009
Hallo Sämi,

danke für Deinen Kommentar und Deine Korrektur. Ich hatte mich schon gewundert, wo man am Zürichsee die ganzen Zuschauer hätte unterbringen wollen... Ich erinnere mich, dass Du mir damals Infos geschickt hast und habe meinen Bericht gleich korrigiert.
Ich war jetzt schon zweimal beim Jarre-Konzert in Zürich und es war beide Male klasse! Ich bin gespannt, was nächstes Jahr noch alles kommt.
Kommentar von Sämi Schwarzenberger | 05.06.2009
Vielen Dank für den Konzertbericht aus Zürich. Ich war selbst auch am Konzert und war (bin) hell begeistert. Live live live!!!

Wollte nur schnell berichtigen, Matthias: Das Konzert von damals (ich hatte Dir damals die Infos zugefaxt) wäre nicht in Küsnacht (am Zürichsee), sondern in Küssnacht am Rigi (am Vierwaldstättersee in der Nähe von Luzern)
gewesen. Und ich fluche noch heute den verdammten Bürokraten nach, die dieses Projekt zum Scheitern verurteilten. Banausen! Völlige Ignoranten und Nichtsnutze! Grrrrrr!!!!! Oh Mann, wenn die wüssten, was sie verpasst haben!
Ach, was solls! Habe Jean-Michel jetzt auch schon vier mal gesehen und bin immer wieder total begeistert. (Wie soll das schon anders sein als Jarre-Fan, ihr versteht!!)
Grüsse aus der Schweiz, Sämi