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Jean Michel Jarre live in Monaco (Part 1)

13.07.2011 09:29 von Matthias (Kommentare: 6)

Ein Jean Michel Jarre-Konzert zur Fürstenhochzeit in Monaco! Diese Nachricht versetzte die Jarre-Welt in Aufruhr. Das könnte etwas besonderes werden, insbesondere nachdem es hieß, Fürst Albert II. habe Jarre freie Hand gelassen. Die Presseinfos waren ziemlich schwammig, Jarre betrieb Understatement und sprach nur von „einigen Überraschungen“. Angesichts der Menge an Equipment und einer Aufbauzeit von 16 Tagen versprach dieses Konzert aber etwas besonderes zu werden.

Leider konnte ich diesmal nicht schon einen Tag vorher zur Generalprobe anreisen, aber damit blieb auch weitestgehend die Spannung erhalten. Internetbilder von der Bühne ließen jedenfalls Erinnerungen an „Europe In Concert“ wachwerden. Eine Vorhut des Jarrelook-Teams war bereits zur Generalprobe in Monaco und so kam am späten Abend des 30.6. noch ein Anruf: „Chronologie 1 is back!“ Das hatte ich kaum zu hoffen gewagt: Der genialste Konzert-Opener aller Zeiten! Unvergessen die Eröffnung des Konzerts in der Berliner Waldbühne 1993 und nun nach 18 Jahren sollte es wieder so weit sein!

Am nächsten Morgen hieß es zeitig aufstehen. Um 8.50 Uhr ging der Flieger von Frankfurt nach Nizza. D.h. er hatte etwa eine halbe Stunde Verspätung, landete aber noch früh genug in Nizza. Wir machten uns mit Bus und Straßenbahn auf in Richtung Hotel. Unser Zimmer war noch nicht fertig und so ließen wir das Gepäck dort und machten uns in der Altstadt erfolgreich auf die Suche nach einem Mittagessen. Als wir zurückkamen war auch unser Zimmer soweit und wir konnten uns noch einen kurzen Augenblick ausruhen, bevor dann die Fotoausrüstung überprüft wurde. Im Hotel erhielten wir die Auskunft, dass nur wenige Gehminuten entfernt ein Bahnhof sei, von dem aus Züge nach Monaco fuhren. Also machten wir uns auf den Weg. Gegen halb vier kam der Zug und schon zwanzig Minuten später waren wir in Monaco. Dort entdeckten wir schon am Bahnhof die ersten Hinweisschilder mit der Aufschrift „Concert“. Vom in den Berg hineingebauten Bahnhof mussten wir dann eine große Treppe heruntersteigen. Unten angekommen sahen wir schon jede Menge Fahnen (monegassische und südafrikanische), Blumenbeete und Polizisten in ihrer weißen Sommeruniform. Auch einige Transportkisten, die wohl zum Konzert gehörten, standen hier in der Gegend herum. Wir kamen an einer kleinen Kirche vorbei und stellten fest, dass dies die Kirche war, in der die Braut am nächsten Tag nach der kirchlichen Hochzeit ihren Brautstrauß ablegen würde. Obwohl schon Absperrgitter aufgestellt waren, war die Kirche noch zugänglich und so warfen wir einen kurzen Blick hinein. Ein paar Schritte weiter konnte man schon den Hafen und die Bühne sehen. Wir nahmen das Ganze in Augenschein und sahen uns in unserer Einschätzung von „Europe In Concert“ bestätigt. Unvermittelt knallten einige Feuerwerksböller hinter der Bühne los. Vermutlich waren sie aufgrund der großen Hitze losgegangen. An der rechten Seite der Bühne gab es einen extra Eingang für „Monegassen und Einwohner“. Wir setzten uns in eines der Lokale an der Promenade und wollten eigentlich nur eine Kleinigkeit trinken. Der Kellner war aber sowohl mit der Bestellung als auch mit der Abrechnung ziemlich überfordert. Zudem wurden schon Sonnenschirme und Stühle weggeräumt. Bis um 17 Uhr müsse laut Anordnung der Polizei aus Sicherheitsgründen alles weggeräumt sein, wurde uns erklärt.

Einige Jarre-Fans aus Skandinavien liefen uns über den Weg und schließlich trafen wir mit unserer unauffälligen deutsch-schweizerischen „Vorhut“ (siehe Bild oben) zusammen. Jarre hatte am Vorabend die Show zweimal komplett geprobt, wobei Patrick Pelamourges beim zweiten Mal Jarres Position einnehmen musste. Gegen 6 Uhr früh, erklärte uns Thomas, seien die Proben beendet gewesen. Thomas hatte es dann geschafft, noch ein Foto mit Jarre zu bekommen.

Wir suchten uns nun einen Platz auf der Promenade und fanden auch eine gute Position, von der wir alles im Blick haben würden. Zwar hatte man uns die Möglichkeit eingeräumt, beim Konzert direkt im Bereich vor der Bühne zu sein. Nachdem wir die Situation vor Ort aber in Augenschein genommen hatten, blieben wir lieber auf der Promenade, denn wir wollten das Spektakel in seiner vollen Größe erfassen.

Ein silberner Kleintransporter fuhr irgendwann durch die sich langsam vergrößernde Menschenmenge an den Absperrungen. Nachdem er auf dem Konzertgelände angekommen war, sahen wir wie Jarre und sein Team ausstiegen. Mit mehreren Personen lief er über das Gelände, sogar bis kurz vor die fürstliche Tribüne und gab letzte Anweisungen. Auch probte er nochmals mit seinen Keyboards auf der Bühne, wovon das Publikum aber nichts hören konnte. Wir konnten auch „Bruno“ sehen, die ferngesteuerte Kameradrohne, die mehrmals über der Bühne schwebte und für die Fernsehübertragung Luftbilder liefern sollte. Nachdem die Proben beendet waren, konnten wir drei Polizisten sehen, die mit einem Sprengstoffsuchhund über die Bühne liefen.

So verging die Zeit. Nur langsam füllte sich der große Parkplatz vor der Bühne mit Menschen. Auf der Promenade war dagegen schon etwas mehr los. Thomas hatte sich ein leuchtendgrünes T-Shirt für diesen speziellen Anlass machen lassen. Das erregte die Aufmerksamkeit eines jungen Mannes mit Videokamera, der noch dazu einen Crewpass umhängen hatte, also zum Konzert-Team gehörte. Er würde für das offizielle „Making Of“ filmen, erklärte er uns und bat uns, jeder ein kurzes Statement abzugeben. Ich erklärte ihm, dass wir vom deutschen Jarre-Fanclub seien und uns sehr auf das Konzert freuen würden. Danach kamen die anderen an die Reihe, denn inzwischen hatte sich eine ganze Reihe von Jarrelookern dort eingefunden. Wir sahen auch Fans aus Holland und Spanien, sogar aus Brasilien war extra jemand angereist.

Schließlich begann es zu dämmern und aus den Boxen erklang Ambient-Musik, die sich in Endlosschleife wiederholte. Es war nicht „Waiting for Cousteau“, obwohl es in bestimmten Passagen ähnlich klang. Dann waren wieder mehr akustische Instrumente zu hören, an anderer Stelle klang es mehr nach Vangelis (dies soll der Anfang eines Stücks gewesen sein, das Jarre in den 70er Jahren für den französischen Sänger Christophe komponiert hatte). Scheinwerfer auf der Bühne gingen an und leuchteten ins Publikum, langsam kam Stimmung auf. Der große Platz vor der Bühne hatte sich nun doch ganz gut gefüllt. Zudem war es nun auf der Promenade recht voll geworden. Auch auf den Straßen, die links und rechts des Hafens die Berge hinaufführten, standen viele Menschen. Zahlreiche weitere waren auf den Terrassen zu sehen. Logenplätze hatten natürlich die Bewohner der umliegenden Häuser, die alles von ihren Balkons aus beobachten konnten. 

Auf und zwischen den Gerüsttürmen auf der Bühne waren Masten aufgestellt worden, die je zwei große Scheinwerfer und kreisförmig darum angeordnet noch viele kleinere trugen. Als diese nun aufleuchteten erinnerten sie sehr an die Ferngläser der Equinoxe-Männchen. Jarre selbst hatte dazu in einem Interview erklärt, diese Scheinwerfer sollten Augen symbolisieren und zwar sowohl ein modernes Monaco, das in die Welt hinausschaut, als auch die Welt, die auf Monaco blickt. Zudem sollten sie passend zur Hochzeit auch Ringe symbolisieren. Die oben auf den Türmen befindlichen Masten waren dort mit Hubschraubern hinaufgebracht worden.
10 Minuten vor Konzertbeginn ging dann das Ambient-Stück in „Waiting For Cousteau“ über. Nun war sie wieder da: Die typische Magie eines großen Jarre-Konzerts!

Ziemlich pünktlich ging es dann los: Nach längerer Zeit gab es endlich wieder einmal einen Countdown, der allerdings nicht sonderlich gleichmäßig ablief, sondern teilweise sehr schnell heruntergezählt wurde, an anderen Stellen dafür „hängen“ blieb. Der Stimme nach könnte der Countdown sogar von Fürst Albert persönlich gezählt worden sein. Dieser war seit etwa 21.20 Uhr vor Ort, um die geladenen Monegassen und Einwohner bei einem Empfang zu begrüßen. In der fürstlichen Loge waren neben den Plätzen für die Grimaldi-Familie noch weitere für Gäste des Konzertveranstalters und von Jean Michel Jarre (z.B. seine Tochter Emilie) reserviert. Weitere Plätze gab es für die monegassische Regierung und Mitarbeiter des Rathauses.

In einem Fernsehbericht war zu sehen gewesen, dass Jarre bei der Generalprobe mit dem Boot zur Bühne gefahren war. Wir nahmen an, dass dies beim Konzert selbst auch so sein würde. Tatsächlich war dem so, da er aber an der rechten Seite der Bühne ankam, wir aber ziemlich weit links standen, konnten wir davon leider nichts sehen. Schließlich war der Countdown bei „Zero“ angekommen. Nun begann das von der Hallentour bekannte, inzwischen mit weiteren Details verfeinerte Intro und tatsächlich marschierte Jarre auch hier mitten durchs Publikum! Auch das konnten wir aber leider nicht sehen. Erst als er eine Treppe zur Bühne hochlief, kam er in unser Blickfeld. Und dann ging es los mit Chronologie 1!

(Fortsetzung folgt)

  • Die Bühne
  • Jarre gibt letzte Anweisungen
  • Letzte Proben
  • Die fürstliche Tribüne
  • Gutgelaunte Crew
  • Gutgelaunte Fans
  • Waiting For Jarre...

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Kommentar von Lothar Hiller | 01.05.2015

Hallo,
seit langem versuche ich diesen Lifeauftritt in Monaco zu bekommen, klappt nicht. Wenn ich einen DvD-Rohling schicke, toastest du mir den ( an welche Adresse?).
Gruß Lothar.

Kommentar von Hardy | 19.08.2011
Hi cit,
da ich Dir leider keine persönliche Nachricht zukommen lassen konnte, könntest Du mir einfach einen DVD-Rohling zuschicken.....
Gruß, h@rdy
Kommentar von Tom | 17.07.2011
Ein sehr schöner Bericht - ich freu mich auf die Fortsetzung!

LG Tom
Kommentar von cit | 16.07.2011
hier zum download gefunden :-)

http://uploaded.to/file/mu9u7thb

habe es aber noch nicht geladen
Kommentar von cit | 16.07.2011
hi hardy,

leider krieg ich das mit dem video nicht hin, was würdest du für ein toast haben wollen ?
Lg,cit
Kommentar von Hardy | 13.07.2011
Hi Matthias,
toller Bericht, ich bin mit Dir einer Meinung: Chronologie 1 ist und bleibt der Konzert-Opener Nr. 1.
An alle Daheimgebliebenen, speziell die beim Live-Chat mitgewirkt haben (wir hatten VIEL Spaß, nicht wahr...?), aber auch für die, die eine lange Reise auf sich genommen haben, anbei der Link für das störungs- und nachrichtenfreie Video des Konzertes in VOLLER Länge (.flv-Format), fallt nicht auf bei Ebay angebotenen DVD's rein - zieht Euch das Video, bei mir hat's einwandfrei geklappt, sollte der Stream mittlerweile gekappt sein, ich bin bereit, Euch diese Datei (ca. 1 GB) zu toasten.

http://ustream.vo.llnwd.net/pd15/0/1/15/15737/15737345/1_5870372_15737345.flv?ri=9492&rs=169

Beste Grüße, h@rdy (Stefan Hartmann)