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Mein Tag in Santiago - von Daniel Löwen

31.08.2010 10:26 von Felix (Kommentare: 1)

Die Kathedrale in Santiago de Compostela
Die Kathedrale in Santiago de Compostela
Jarre-Fan Daniel Löwen hatte mit mehreren tausend Besuchern das Vergnügen JMJ live in Santiago zu sehen und zu hören. Seine Erlebnisse an diesem Open-Air-Wochenende hat er für jarrelook in diesem Bericht zusammen gefasst.



Meine Frau und ich sind am Donnerstag um 22:30 in Santiago Airport gelandet. Nach einem ausgiebigen Abendessen entschieden wir uns kurzfristig, die Kathedrale zu besuchen, die nur 5 Minuten von unserer Herberge entfernt war. Auf der Plaza de Obradoiro waren ca. 25 Pilger anwesend, die einfach nur da saßen, um die imposante Kirche zu bewundern. Gegen 1 Uhr morgens schaute mich meine Frau etwas verdutzt an und fragte mich, ob einer der Fotografen nicht Jean Michel war. Ich staunte kurz und dachte mir: "Typisch! Wann schläft der Typ?" Auf einmal kam Jean Michel in unsere Richtung und fotografierte weiter fleißig. "10 seconds time for a short pic?" war meine Frage. Er lächelte und sagte kurz "Yes, of course!" Wow! Es begann alles sehr gut. JM war ca. noch eine halbe Stunde vor Ort und ging dann ins Hostal Reyes Catholicos, wo er während seines Aufenthaltes residierte. Dieses Nobelhotel, wo vor einer Woche noch die königliche Familie residierte, liegt auf dem selbigen Platz. Der Meister hatte es also nicht weit zu Fuss.

Am nächsten Morgen machten wir uns früh wieder auf den Obradoiro und ich erzählte meiner Frau, was ich doch für ein Idiot wäre, hatte ich doch keinen Stift für eine Unterschrift mitgenommen und für das Foto hatte ich meiner Frau mein iPhone gegeben, das keinen Blitz hatte. Gegen Nachmittag wurde meine Selbsterkenntnis noch einmal bestätigt. Zwar hatte ich mich noch einmal mit JM und meiner Frau fotografiert, aber ich hatte immer noch keinen Stift. Nun denn, wenigstens ein gutes Foto. Am Abend fand dann das Fanmeeting statt. Wow, ich konnte meinen Augen nicht trauen. Unter den 50 Gästen waren auch Mr. Francis Rimbert und Freundin dabei! Das Essen war einfach nur genial. Es gab u.a. Galizische Krake (nein, nicht Paul), Fleischeintopf, Calamaris in eigener Tinte, Käse, usw., usw. Zum Schluss als Dessert wurde ein Tontopf in die Mitte des Raumes gestellt. Alle versammelten sich davor. Francis schaute ganz verdutzt zu. Die im Topf ruhende Spirituose wurde angezündet. Dazu wurde eine geschälte Zitrone und Orange gegeben und nach einigen Minuten flambieren wurde diese Spezialität in Schalen gefüllt. Francis nahm einen kräftigen Schuck und ich sagte: "Wenn wir morgen Misstöne hören, dann wissen wir, wer verantwortlich ist." Der Saal brüllte! Einer sagte dann ganz neckisch: "Ach was, ist doch alles Preset!" Francis' Ausdruck hätte ich gern fotografiert. Lolus, der Organisator des Fanmeetings, hatte dann die letzte Überraschung parat! Er schenkte allen Anwesenden ein für das Event selbstgebasteltes Fan-T-Shirt! Francis erzählt mir, dass er so einen Fanabend selten erlebt hätte.

Am nächsten Morgen war es dann soweit. Beim Frühstücken besprach ich mit meiner Frau, wie wir es angehen lassen würden. Wir entschieden, dass wir kräftig zu Mittag essen würden (es wurde eine große Meeresfrüchteplatte)und ich gegen 17 Uhr zum Obradoiro gehen und sie anrufen würde, wenn es anfing voll zu werden. Meine Frau entschied sich in letzten Augenblick mitzukommen und mit den anderen zu warten. Gegen 17 Uhr ging Jean Michel mit Fiona an der sitzenden Fangruppe vorbei. Einige stürzten sich auf ihn und er ließ sich mehr oder weniger begeistert mit einigen fotografieren. Einem Pärchen, das extra aus Argentinien angereist war, standen Tränen im Gesicht, als sie mit ihrem fotografischem Sourvenir ankamen. Dann bekam ich Besuch von einem Produktionsmitarbeiter von JM. Er hatte unsere T-Shirts bemerkt und sagte mir, dass man eine Dokumentation machen würde, die bald auf DVD rauskommen würde (!!!) und man wollte wissen, was es mit besagten T-Shirts auf sich hatte. Oh Mann, werde ich bald auf einer JM-DVD erscheinen?

Dann wurde es laut. Einige Töne, Sequenzen kreischten durch die Plaza. Die Fans wurden langsam wach. Da, auf einmal, unglaublich, ertönte Krieg der Sterne!!! Das war bestimmt Rimbert! Nach einigem Gespiele dann eine Basslinie, die sich zu Oxygene 2 steigerte.
Zu diesem Zeitpunkt fanden zwei Hochzeiten statt, die in dem sich im südlichen Teil der Plaza befindenden Staatshaus zelebriert wurde. Wow, die glücklichen Brautpaare können angeben, dass JM auf ihrer Hochzeit gespielt hatte. Einige Gäste schien das Konzert mehr zu interessieren, als die Vermählung an sich. Hehe.

Nach dem katastrophal klingenden ersten Stück bekam der Mixer die Sache in den Griff und man versüßte uns Fans die Wartezeit mit, Calypso 3, Equinoxe 7, Rendez-Vous 2, Chronologie 6 und zwischendurch mit einem kurzen Stück das hoffentlich im neuem Album veröffentlich wird. (YouTube-Video: http://www.latiapascuala.com/smf/index.php?topic=9993.90)

Gegen 22:30 wurde es dann ernst. Die Lichter gingen aus und die neue Countdownmusik ertönte. Jarre wurde von einem typisch gekleideten Galizier vom Hotel zur Bühne begleitet und das mitten durchs Publikum. Geil.

Und dann endlich stand der Meister oben auf der 100 qm Bühne.

JM erzählte, wie glücklich er sei, gerade dort zu spielen, wurde ihm 1993 während der EIC Tour dieses doch verweigert. Ein Gerücht besagte, dass er mit dem Bischof geredet hätte und dieser sich an ein gewissen Lyon-Konzert erinnert hätte, dass von einer anderen kirchlichen Autoritätsperson gesegnet wurde.

Dann ging's endlich los. Anders als bei der Hallentour begann JM direkt mit Oxygene 2, das jetzt viel besser klang. Seine Springaktivitäten hielten sich im Rahmen, JM konzentrierte sich mehr aufs, naja, spielen? Regler drehen? Egal, man sah, dass er Spaß hatte. Immer wieder betonte er nach den Stücken, wie geil die Kathedrale wäre und wie dankbar er dafür war, dort spielen zu können.  Die weitere Trackliste war diese:

  1. Magnetic Fields 1, sehr energisch gespielt.
  2. Equinoxe 7, das virtuelle Keyboard sah geil aus auf den Flanken der Kathedrale.
  3. Equinoxe 5, ein Stück, das erste Nostalgie bei den Fans aufkommen ließ.
  4. Rendez-Vous 3 (Laser Harp), passte wie Faust aufs Auge mit der Kathedrale
  5. Magnetic Fields 2, erste hysterische Bewegungen unter den Fans.
  6. Souvenir Of China,
  7. Oxygene 5, sehr kurze Einleitung und dann kam das erste Solo mit dem Liberation. Die Fans akzeptierten mehr oder weniger das Lieblingsspielzeug des Franzosen.
  8. Variation 3, erste Atempause für die Fans
  9. Theremin Piece, Jarre beherrscht es immer mehr!
  10. Equinoxe 4, herrlich gespielt, die Fans kamen jetzt richtig in Fahrt. Welch geniale Idee, die Aliens im Takt springen zu lassen.
  11. Statistics Adagio, die Projektion wurde immer wieder angepasst aber sie kam nicht gut rüber.
  12. Industrial Revolution 2, für viele eine Überraschung, wurde mit gemischten Gefühlen angenommen und zwar nur weil es aufmunternd war.
  13. Rendez-Vous 2, ein ABSOLUTES MUSS für dieses Konzert!
  14. Rendez-Vous 4, dieses Stück schoss den Vogel ab. Für viele Fans das beste Stück des Abends. Hier sprang der Funke total über und man wunderte sich, wie Jarre es schaffte, mit einem Song eines eher kommerziellen Albums die Fans so zu begeistern. Die ganze Plaza ging mit.
  15. Chronologie 6, eine Mischung aus geilem Bass und nostalgischer Science Fiction. Jarre sah sehr gut aus in seinem Beamer.
  16.  Chronologie 2, hier flippte ich aus. Mein absolutes Lieblingsstück des Konzertes.
  17. Oxygene 4, natürlich sehr geil, aber Mr. die Ansage, dass jetzt was kommt, was man erkennen wird ist etwas daneben. Deine anderen Werke werden auch erkannt.
  18. Oxygene 12, die Meute hätte hier lieber Chronologie 4 gehabt.
  19. Calypso 3, meiner Meinung nach ein besseres Ending als Oxygene 13.
Fazit: Das Konzert war sehr geil. Die übliche Kritik hielt sich im Rahmen. Man hatte mehr Feuerwerk erwartet, andere hätten lieber andere Stücke gehört, etc. etc. Für viele Teilnehmer war es eins der besten Konzerte, die sie erlebt hatten. Es war mein fünftes Konzert und für mich war es zumindest so. Ich war im Februar sehr begeistert vom Konzert in Oberhausen, aber das hier war überwältigend. Einen besonderen Dank an Lolus, der das Fanmeeting und viel mehr organisiert hat, an Juan Gomis, Chef des Fanclubs Fairlight Jarre, an Francis Rimbert fürs Erscheinen, und natürlich an Jean Michel Jarre.

JMJ in Santiago de Compostela

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Kommentar von markus | 05.09.2010
tja ..beneidens wert , ob ich das auch mal schaffe ihn pers
sönlich zu sehen ,mfg