Oxygene & Beyond - Live in Amsterdam
Jarre eröffnet Amsterdam Dance Event
Mit dem Konzert in Amsterdam am 21. Oktober 2026 hat Jean-Michel gewissermaßen die Feierlichkeiten zum 50jährigen "Oxygene"-Jubiläum eröffnet. In der Setlist des Konzerts spiegelte sich das aber nicht wirklich wider. Zugleich eröffnete Jarre als Ehrengast das "Amsterdam Dance Event", das in diesem Jahr sein 30. Jubiläum feiert.
Um 18:30 Uhr begann der Einlass. Nach Betreten der Halle AFAS LIVE, nahe des Amsterdamer Stadions, lief man direkt auf einen Merchandising-Stand zu. Dort war u.a. bereits Jarres Buch "Machines" zu erwerben, das er am kommenden Tag auch signieren würde. Neben älterem Merchandising (z.B. Summertour-, Oxymore- oder Versailles-T-Shirts sowie Basecaps), gab es auch neue T-Shirts und einen Hoodie mit dem "Oxygene"-Cover-Motiv. Außerdem gab es auch ein speziell für das Amsterdam-Konzert designtes T-Shirt, das aber sehr schnell ausverkauft bzw. nur noch in Größe "S" erhältlich war.
Zahlreiche altbekannte Fans aus aller Welt hatten sich eingefunden, die "Jarre-Family" war gut vertreten.
Im hinteren Teil der Halle befand sich eine Tribüne, auch der Innenraum war bestuhlt. Was auffiel waren Traversen mit Scheinwerfern und kleinen LED-Screens, die über den Köpfen der Zuschauer im Innenraum aufgehängt waren.
Ab 19:40 Uhr trat das niederländische Elektro-Duo "Weval" als Support Act auf, das durchaus seine eigenen Fans im Publikum hatte. Die Musik passte auch gut als Einstimmung auf Jarre. Nachdem die beiden ihr Set beendet hatten, wurde auf der Bühne umgebaut, Techniker liefen umher, die Laser Harp flackerte kurz auf. Schließlich tönte "Bridge From The Future" als Einstimmung aus den Boxen.
Um ca. 21:15 Uhr ging es dann los mit einem auf niederländisch gezählten Countdown.
Jarre startete mit "The Opening". Wie schon im Sommer kam dabei "Live-KI" zum Einsatz: Eine Echtzeitaufnahme von Jarre wurde dabei mittels Live-Einsatz eines KI-Tools verfremdet. So verwandelte sich sein Bild im Hintergrund vom jungen in einen alten Mann, einen Roboter, eine Gestalt aus Holz etc. ein sehr cooler Effekt.
Tatsächlich spielte Jarre im Wesentlichen die gleiche Setlist wie bei der Summer Tour. Sicherlich hatte der Eine oder die Andere da etwas anderes erwartet. Nicht mehr gespielt wurde das Stück "Oxymore". Dennoch gab es am Schluss noch ein paar Überraschungen.
Hier die Setlist:
| 1. | The Opening |
| 2. | Magnetic Fields 1 Part 1 |
| 3. | Sex In The Machine |
| 4. | Oxygene 2 |
| 5. | Arpegiator |
| 6. | Equinoxe 7 |
| 7. | The Architect |
| 8. | Zoolookologie |
| 9. | Industrial Revolution Pt. 2 |
| 10. | Zero Gravity (Above&Beyond Remix) |
| 11. | Herbalizer |
| 12. | Oxygene 19 |
| 13. | Equinoxe 4 (Electronica Tour Version) |
| 14. | Brutalism |
| 15. | Oxygene 4 (JMJ Rework of Astral Projection Remix) |
| 16. | Epica |
| 17. | Exit (Edit) |
| 18. | Stardust (Special Version mit Armin van Buuren) |
| 19. | The Time Machine (feat. Adiescar Chase) |
| 20. | Magnetic Fields 2 |
| 21. | Rendez-Vous 4 |
Vor dem Stück "Zoolookologie" sagte Jarre, dass man ja hier auf einem Dance-Event sei und dass das nächste Stück eine gute Gelegenheit sei, zu tanzen. Die Stimmung in der Halle war auch bis dahin schon sehr gut gewesen. Nun aber sprangen tatsächlich zahlreiche Zuschauer auf und begannen wild zu tanzen.
Während des Konzerts erinnerte Jarre auch an den kürzlich verstorbenen französischen Musiker Kavinsky. Dieser habe bei seinen Auftritten gerne ein Jarre-Stück zur Einleitung gespielt. Daher wolle er ihm nun das nächste Stück widmen. Es folgte "Industrial Revolution 2".
Jarre wäre nicht Jarre, wenn er nicht doch immer wieder Änderungen und Verbesserungen an der Show vornimmt. Einige Grafiken und Videos waren ausgetauscht worden, auch an der Licht- und Lasershow war weiter gefeilt worden. Die Live-KI kam nun auch bei anderen Stücken zum Einsatz. Vor allem die Traversen über dem Innenraum bezogen das Publikum aber noch mehr in die Show ein. Die daran angebrachten Scheinwerfer leuchteten bei einigen Stücken ins Publikum. Bei "Magnetic Fields 1" sprangen die "Lichtfinger" in wildem Zickzack durch das ganze Pulikum. Auf den kleinen LED-Schirmen liefen die Effekte, die die Projektionen der LED-Schirm auf der Bühne ergänzten, wodurch die Show quasi noch weiter ins Publikum hinein getragen wurde. Eine wahrhaft "immersive" Show! Die Traversen konnten sogar abgesenkt werden, so dass sie teilweise auch schräg über den Köpfen der Zuschauer hingen und die Scheinwerfer aus verschiedenen Winkeln ins Publikum leuchten konnten. Von hinten sah die Show auf jeden Fall noch deutlich eindrucksvoller aus, als dies bei den Sommerkonzerten der Fall gewesen war. Allerdings konnte man bei den Open Air-Konzerten natürlich schlecht etwas über die Köpfe des Publikums hängen. In der Halle war das dagegen möglich und dürfte wahrscheinlich auch bei der Tour im kommenden Jahr ein Show-Element sein.
Nach dem Stück "Exit" (auch hier ohne den Part mit Edward Snowden) tauchte ein Crew-Trupp auf der Bühne auf und brachte einen Tisch mit weiteren Instrumenten und Gerätschaften in Position. Jarre kündigte unterdessen an, dass er das nächste Stück in einer speziellen Version mit seinem Freund Armin van Buuren spielen würde und begrüßte den "King Of Trance" und "King Of Amsterdam" auf der Bühne. Die beiden begrüßten sich sehr herzlich und umarmten sich sogar. Van Buuren sagte, dass für ihn ein Traum wahr werde, denn Jarre sei für ihn einer der Hauptgründe gewesen, selbst Musik zu machen. Dann spielten sie eine spezielle, längere Version des Titels "Stardust", bei der auch van Buuren seinen Solo-Part bekam.
Beide gingen dann von der Bühne ab.
Erneut kamen nun Crewmitglieder und werkelten auf der Bühne. Sie montieren u.a. zwei schwarze Metallträger, die etwas schräg nach oben ragten. Kurz darauf flackerte ein grünliches Laserstrahlenbündel auf: Die Laser Harp! Nur die beiden seitlichen Teile bildeten den Rahmen, eine Querverbindung oben gab es nicht. Auf der linken Seite der Bühne waren noch weitere Keyboards in Stellung gebracht worden, auch eine E-Gitarre war zu sehen. Als Jarre nun "The Time Machine" zu spielen begann, wurde er dabei von seinem zweiten musikalischen Gast an diesem Abend, Adiescar Chase begleitet. Chase, die ja auch in Bratislava und La Rochelle mit Jarre auf der Bühne stand, spielte zunächst Keyboards, schnappte sich dann die E-Gitarre und legte, während Jarre die Laser Harp bearbeitete, ein Gitarrensolo hin. Hierzu kam sie auch nach vorne und blieb seitlich hinter Jarre und der Harp stehen. Jarre bedankte sich bei Adiescar und beide erhielten jede Menge Applaus.
"Are you okay?", fragte Jarre das Publikum und wollte wissen, ob sie noch etwas mehr "Fun" haben wollten. Tatsächlich war dem auch so. Und als letzte Zugaben folgten dann noch "Magnetic Fields 2" und "Rendez-Vous 4". Unter großem Beifall ging Jarre dann ab. So hatte das Konzert doch auch musikalisch noch Überraschungen geboten.
Bereits am Mittag des Konzerttages hatten Jarre und van Buuren an einem Talk-Panel teilgenommen. Dabei hatte Armin van Buuren auch gesagt, wenn man das "Oxygene"-Album kenne und nun den neuen Dolby-Atmos-Mix davon hören würde, müsse man weinen. Wer nicht weinen müsse, dürfe gerne kommen und ihm eine runterhauen, sagte er und hatte damit natürlich sämtliche Lacher auf seiner Seite.
Auf die im nächsten Jahr anstehende Tour lässt das Konzert (trotz des Titels) nur wenig Rückschlüsse zu. Wie Jarrelook aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, sollen auch Stücke des für eine Veröffentlichung im Frühjahr vorgesehenen neuen Albums gespielt werden. Zudem will Jarre auch die Show selbst überarbeiten. Jedenfalls möchte er nicht nur eine Retro-Oxygene-Show machen.
Auch wurde uns bestätigt, dass es von dem "Machines"-Buch keine deutsche Version geben wird. Dies sei eine Entscheidung des britischen Verlegers. Eventuell könnte er aber im nächsten Jahr zu Werbezwecken deswegen nach Deutschland kommen. Das ist aber noch nicht sicher. Noch nicht vom Tisch ist dagegen das Thema einer deutschen Version seiner Autobiographie "Melancolique Rodeo".
Es bleibt also nach wie vor spannend und Jarre weiterhin schwer aktiv.
Hier ein paar erste Bilder vom Konzert vom offiziellen Fotografen Mark Gidley. Bilder von uns folgen in den nächsten Tagen.
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